Archiv für September 2011
Stahlende Sieger bei bestem Paddelwetter
Eingebettet in das Hanse- und Salinefest besuchten viele Hallenser den Nachwuchswettkampf am 24.09.2011 an der Hallorenbrücke.
Über 100 Starts bei den Nachwuchs-Kanuten aus den Vereinen Zeitz, Erfurt, Rudolstadt, Bayreuth und Halle brachten das Saalewasser so richtig in Wallung. Der jüngste Starter Ben Borrmann (6 Jahre), vom BSV Halle, musste dabei die gleiche Strecke hinter sich bringen, wie der älteste: Reiner Fichtner vom SV Bayreuth. Ben Borrmann wurde zum Schluß bei dem “Kückenrennen” vierter. Bens Bruder, Eric Borrmann, fährt sonst nur Canadier Zweier mit seinem Partner Leo Braune. Hier ist sonst eine Bestenermittlung fast immer ausgeschlossen, da die Beiden in einem Boot sitzen. Aber bei dem Nachwuchs Kanuslalom an der Hallorenbrücke besiegte Eric seinen Partner Leo in jedem Rennen und hatte im K1 einen ersten Platz, im C1 einen achten Platz. Erics Chancen auf den Hallorenpokal waren gar nicht so schlecht, wenn es Lennard Tuchscherer aus Zeitz nicht gäbe. Lennard besucht wie Eric die Sportschule in Halle und beide kennen ihre Stärken und Schwächen. “Lennard ist eben noch besser” gratulierte Eric seinen Sportskameraden nach dem Erhalt des Hallorenpokales.
Der Jugend- und Juniorennachwuchs ließ es sich nicht nehmen dem Nachwuchs in einem Rahmenrennen zu zeigen, wie man den eigens für den Wettkampf errichteten Stangenparcours schnell und sicher durchfährt. Doppel-Europameisterin Lisa Fritsche gab ihre Erfahrungen gleich nach ihrem Wettkampf an die Jüngsten weiter. Vielleicht waren diese wertvollen Tipps für Kanutin Miriam Keilhaue der Grund, dass sie sich wie Lennard den Hallorenpokal für die beste Kombinationwertung abholen konnte.

© pandamedien: Miriam Keilhaue und Lennard Tuchscherer (beide KV Zeitz) bekommen den Pokal für die besten Kombinationsfahrer aus den Händen der Salzwirker überreicht.
Gemeinsam mit den Salzwirkerbrüdern im Thale zu Halle und Landestrainer Enrico Neitz führte Marcus Mehnert, Junioren-Teamweltmeister 2006, die Siegerehrungen durch. Marcus sponserte hierfür alle Pokale für die Kücken und C-Schüler und bekam als Dank die Freude der Gewinner zurück. “Ich habe mich über jeden Pokal früher gefreut und alle haben einen Ehrenplatz bei mir” bekannte Marcus nach der Siegerehrung sichtlich angetan. “Ein Pokal steht – eine Medaille hängt” begründete er sein Engagement. Der Salzwirker Ingo Kautz bestätigte das Engagement der Halloren auch für das kommende Jahr. “Hier wird viel für den Nachwuchs an der Stelle getan an der auch die Halloren ihre “Wiege” stehen hatten. Das unterstützen wir gern wieder”.
Zufriedene Eltern, Trainer, Sportler, Betreuer und Organisatoren wurden nach Wettkampfende noch von Lubomir Danailow (Festevent) und Tristan Preuk (Stadtmarketing Halle) überrascht, die sich bei der Klasse des Wettkampfes für das nächste Jahr eine bessere Einbindung in beide Feste wünschten. Das trifft sich gut. Der Nachwuchswettkampf wird im nächsten Jahr 10 Jahre alt. Da braucht es gute Partner um ein solches Jubiläum auch nach außen gut zu verkaufen.
Besonderer Dank gilt in diesem Jahr der Stadt Halle, die uns das Gelände kostenfrei zur Verfügung stellte, der Salzwirkerbruderschaft im Thale zu Halle für die gelungene Schirmherrschaft, Event-Net GmbH, Stadtwerke Halle (Sponsoring), pandamedien, den Moderatoren Sebastian Sell und Rolf Herrmann, Mäander Service Susan Ermentraut, der Mitteldeutschen Zeitung und Berufsgenossenschaftliche Kliniken Bergmannstrost Halle für Kleinpreise, allen mithelfenden Vereinsmitgliedern, Eltern, Kuchenbäckern und Betreuern und dem gewogenen Wettergott.
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Fotos via Facebook | BSV Halle |
DM – Bronze für Fritsche / Trummer im C2 Mix
Lisa Fritsche und Martin Trummer retteten die “Ehre” des BSV bei den diesjährigen deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse in Augsburg auf dem Eiskanal.
Die am letzten Wochenende vom 17. – 18.09.2011 stattgefundenen deutschen Meisterschaften im Kanuslalom waren ein ein hartes Brot für die BSVer. “So wenig Medaillen haben wir noch nie nach Hause gebracht” resümierte Betreuer und Mannschaftsleiter Sebastian Brendel. Er sprach den Sportlern da wohl aus dem Geiste. Die ersten Medaillenchance wurde am Samstag im Mannschaftslauf C1 vertan. In beiden Läufen kassierte das Team Trummer / Awe / Tilgner 50 Strafsekunden. Im letzten Jahr noch mit Gold gesegnet platzte der diesjährige Traum früh. Bis auf das BSV Mixed Juniorenboot Krauße/Grunwald qualifizierten sich alle Fahrer mehr oder weniger klar für die am Sonntag stattgefundenen Halbfinalläufe. Am Sonntag kam dann mit dem Wetterwechsel, 11° C und Regen, auch der Leistungsumschwung. Andreas Awe (12.) und Sebastian Tilgner (16.) schafften den Einzug in das Finale ebenso nicht wie das C2 Boot mit Tom Lorke und Max Gerth (12.). Eine sichtlich enttäuschte Lisa Fritsche fuhr im Halbfinale am Tor sieben vorbei und brachte sich damit das zweite Jahr in Folge um die Finalchancen. Einzig Martin Trummer schaffte im Einzel den Einzug in das Finale und erkämpfte sich einen respektablen Platz acht. Mit Martins Erfahrung und Lisa Fritsches Kampfgeist holten die zwei dann doch noch eine Medaille zur Ehrenrettung nach Hause.

© pandamedien Lisa Fritsche / Martin Trummer – C2 Mix
Es wird schwer in den nächsten Jahren. Marcus Becker und Stefan Henze standen in diesem Jahr verletzungsbedingt nicht zur Verfügung und die jungen Wilden müssen ihre Erfahrungen besser ausspielen. Bedenklich für die BSVer ist das starke Anwachsen der Konkurrenz aus Leipzig und Augsburg. Hier stimmt die Chemie zwischen nachwachsenden Sportlern und zur Verfügung stehenden Trainern, dass die beiden Vereine fast in allen Rennen eine Medaille erkämpften. Der Leipziger Kanuverein reiste beispielsweise mit acht C2 Booten an. Diese Disziplin, in letzen Jahren eine der Stärken des BSV, wurde nun an den LKC abgegeben. Es gilt sich zu orientieren wo man morgen nicht nur startberechtigt ist, sondern auch Chancen auf den Titel hat. Einen Wettkampf hat der BSV noch zu bestreiten – die Ostdeutschen Meisterschaften in Königshütte. Da gibt es wieder ein Zusammentreffen mit den Sportlern des LKC und die Hoffnung auf Revanche im kleinen.
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Am Länderpokal erfolgreich teilgenommen
Der BSV hat Sachsen-Anhalt im Jugend- und Schülerbereich Sachsen-Anhalt erfolgreich vertreten.
Ein Donnerwetter mit Blitzen im drei Sekundentakt begleitete den Schülernachwuchs vom Länderpokal aus Günzburg in Schwaben nach Hause zurück. Im Gepäck hatte die Landesauswahl den vierten Platz von acht teilnehmenden Ländern. Damit platzierten sich die jungen Kanuten hinter Sachsen (3), NRW (2) und Bayern (1). Erfolgreichste BSV Starter waren mit Platz zwei Leo Braune und Eric Bormann (C2), und Marc Harlak (C1). Marc Harlak nutzte den Wettkampf gleich für die Zusage an der Sportschule Halle.
Bereits am 4.9.2011 fand in Merseburg der Länderpokal der Jugend statt. Bei strahlendem Sonnenschein erkämpfte sich Sachsen-Anhalt hier den dritten Platz hinter Sachsen und NRW. Erfolgreichste BSV-Starterin für Sachsen-Anhalt war allen voran Lisa Fritsche, die sich im K1 und im C1 den Sieg sicherte.
Die Länderpokale sind neben der Standortbestimmung der Kanuslalom Landesauswahl meist die Erstbefahrungen der Strecken auf denen im darauffolgenden Jahr die deutschen Meisterschaften ausgetragen werden.
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Stadtrat versenkt Wildwasserpark.
Stadtrat versenkt Wildwasserpark.

© BSV – Blick auf den Einstieg des Wildwasserparks vom Clubhaus des BSV.
Der Mittwochssturm vom 24.08.2011 hätte bedeutsamer kaum sein können. Die mit dem Verein gewachsene fast 60jährige Weide lag eine Woche vor dem Stadtratsbeschluss vom 31.08.2011 auf dem Dach des Vereinshauses. Damit gab sie zwar den uneingeschränkten Blick frei auf den Einstieg des geplanten Wildwasserparks, aber nun wird dieser Blick mit Wehmut erfüllt sein.
Erstes Fazit ist nach über zwölfjährigem Bemühen um den Wildwasserpark, dass der Verein mit einem unbändigen Willen das Planfeststellungsverfahren erreicht und dieses mit eingeworbenen Eigenmitteln durch DOW Chemical auch bezahlt hat, aber keine politische und und stadtwirtschafliche Lobby für das Projekt bekam. 2 Mio Euro sind für den Verein bei 60% EFRE Förderung ohne Lobby nicht zu stemmen.
Mehr als fünf alternierende Vorschläge zur Finanzierung des Projektes, vor und nach der Planung der Wasserkraftanlage der Stadtwerke Halle, mussten verworfen und neu erarbeitet werden um am Projektziel festzuhalten. Dafür gilt der laut ausgesprochene Dank an alle BSV – Projektbeteiligten. Der Satz: “Wer etwas will findet Wege. Wer etwas nicht will findet Gründe.” begleitete die ehrenamtlich arbeitenden Projektmitarbeiter im letzten Jahr fast auf zynische Weise, bei der Vielzahl vorgebrachter Gutachten und kleiner Nebenschauplätze. Hier hätte die Stadt Halle ein großartiges touristisches und sportpolitisches Ausrufezeichen setzen können. Sie tat es nicht.
Schade ist dies insbesondere für die fünf neu an der Sportschule Halle eingeschulten Slalom-Kanuten. Denn die Wildwasser – Trainingsstrecke am Böllberger Wehr wird durch eine private Wasserkraftanlage das Training zukünftig stark behindern. Der nun abgelehnte Wildwasserpark hätte für die Kanuten des Landesleistungszentrums Halle neben optimalen Trainingsmöglichkeiten auch die Chance für eine eigene Wettkampfstrecke geboten. So steht der BSV Halle als erfolgreicher Verein nach wie vor ohne Wettkampfstrecke da.
Zwischen 1990 und 2011 erkämpften die Böllberger Kanuten international 19 x Gold, 19 x Silber, 9 x Bronze, drei Olympiateilnahmen – davon 1 x Silber, 1 x Bronze, eine Vielzahl von Weltmeister- und Europameistertiteln und viele Deutsche Meister in der Leistungsklasse. Dies nehmen sich die über 40 aktiven Nachwuchskanuten zum Vorbild und erkämpfen jährlich außerhalb der Stadtgrenzen nationale und internationale Meriten, wie zuletzt Lisa Fritsche mit dem Doppel-Europameistertitel. Eine angemessene Würdigung dieser ehrenamtlich, auch für die Stadt Halle, erbrachten Leistungen steht seit langem aus. Dies ist für alle leistungsorientiert Arbeitenden auf die Dauer stark frustrierend, wenn ausschliesslich in Prestigeprojekte wie das 17 Mio teure Stadion und die 12 Mio teure Schwimmhalle investiert wird und das Projekt WWP mit einem 60.000 Euro Defizit* im Jahr versenkt wird.
Die Antwort hierauf wird die Zeit geben, ob es die Stadträte mit ihrer Entscheidung geschafft haben, den BSV Halle seiner leistungssportlich orientierte Zukunft beraubt zu haben.
* Dies ist das von den Stadtwerke Halle angegebene Defizit durch Wasserschwund in der Wasserkraftanlage durch den Wildwasserpark. Hier hat der BSV detaillierte Vorschläge zur Kompensation des Defizits gegenüber den Stadtwerken Halle unterbreitet.
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