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Qualifikation geschafft. Vier BSV-Boote für Deutschland.

Lisa Fritsche, Stella Mehlhorn und Eric Borrmann haben die DKV Qualifikation zur Nationalmannschaft 2017 / 2018 in Augsburg erfolgreich abgeschlossen. Zusammen mit Kai und Kevin Müller im C2 stellt der BSV Halle für diese Saison vier Boote für das deutsche Team Kanuslalom.

Stella, Eric und Lisa haben sich für die Nationalmannschaft qualifiziert.

Stella, Eric und Lisa haben sich für die Nationalmannschaft qualifiziert.

Gewonnen und verloren, ….

… beides gehört im Sport zusammen. Bei den Qualifikationswettbewerben im Kanuslalom zu den nationalen Auswahlmannschaften galt das insbesondere. Denn wenn sich in den Disziplinen mehr als eine Handvoll Athleten Hoffnungen auf die Qualifikation machen, dann werden nicht alle ihre Hoffnungen erfüllt sehen. Freuen können sich Lisa Fritsche, Stella Mehlhorn (beide im K1) und Eric Borrmann (C1). Aber die anderen Starter dürfen für einen kurzen Moment ein wenig traurig sein, aber müssen den Kopf nicht hängen lassen.

Die Ausgangsbasis konnte unterschiedlicher nicht sein. In der Zwischenwertung nach dem ersten Teil der Qualifikation in Markkleeberg waren für Lisa, Eric und Leo Braune die Ausgangspositionen für eine erfolgreiche Beendigung der Trials sehr gut. Bei Stella und Willi Braune war viel Anstrengung angesagt. Für unsere anderen Starter galt es, die Leistungen mit Ziel auf Finalteilnahme – also Top 10 – auszurichten. Wie zu erwarten kumulierten sich alle Entscheidungen in den Disziplinen am letzten Wettkampftag. Das Wetter schien das dramatische Szenario mit zu tragen: am Samstag noch schöner Sonnenschein und Hoffnung allseits, am Sonntag dann Regen und die Option auf Tränen der Freude oder des Traurig Seins.

 

Starker Auftritt der Damen

Lisa Fritsche jedenfalls war gut drauf, denn als Gesamtdritte der Qualifikation konnte Sie mit stabilen Fahrten ihre Position im Nationalteam deutlich stärken und war nach der Siegerehrung auch sehr aus dem Häuschen und das durfte sie auch. Denn mit der wiederum sehr gut fahrenden Ricarda Funk konnte sie gut mithalten. Der Sprecher der Veranstaltung jedenfalls verlor lobende Worte über ihren sportlichen Fahrstil. „Mit den Erfolgen kommt auch die Sicherheit“, meinte dann zufrieden Heimtrainer Sebastian Winter. Angesprochen auf Stella Mehlhorn ihre schwierige Ausgangslange war er sich aber sicher, dass sie die Herausforderung nach dem Missgeschick der „50 Strafsekunden“ in Markkleeberg gut bewältigen werde. Und so kam es in der Tat in Augsburg: nach Platz 3 im dritten Rennen konnte sie in einem finale furioso am Sonntag mit sage und schreibe 5 Sekunden Vorsprung gewinnen und die Qualifikation mit dem dritten Platz  in der Gesamtwertung beenden. Was für eine Nervenstärke! Eine Aufholjagd par excellence – von einem zwischenzeitlich 23. Platz nach dem zweiten von 4 Rennen.

 

Dramatik bei den Canadiern

Bei den Herren im C1 konnte die Situation aber auch dramatischer nicht sein. Leo Braune verpasste nach einem Fahrfehler mit Platz 11 das Finale. Bruder Willi Braune verpasste als zwölfter ebenfalls das Finale, womit die U23-Qualifikation für ihn extrem schwierig wurde. Eric Borrmann haderte nach einer fragwürdigen Entscheidung der Wettkampfleitung mit seiner Zurückstufung von Platz 3 auf den Fünften. Alles war nun auf Tag 4 gerichtet. Und der hatte es in sich. Leo hatte wieder mit Platz 11 das Finale verpasst – schade. Trösten ging nicht, er verschwand erst mal in der Einsamkeit des eigenen Haderns. Willi dagegen fegte mit dem Willen und dem Mute des „Jetzt will ich es aber wissen“ mit einem „Null-Fehler-Lauf“ den Eiskanal herunter und hätte das letzte Rennen fast gewonnen, wenn nicht der 37 jährige Nico Bettge gewesen wäre. Sonst wäre Willis U 23-Qualifikation doch noch wahr geworden. So blieb aber das Wissen, dass er es wirklich GUT kann. Blieb noch Eric Borrmann. Wer bekommt den Platz in der Juniorennationalmanschaft? Die Seumel-Geschwistern aus Zeitz oder er? Mit einer wahren Energieleistung kam Eric auf dem dritten Platz im Rennen ein, nach Lennard Tuchscherer (Leipzig) und Hannes Seumel. Damit war das sein persönliches Ziel erreicht und hat damit bewiesen, dass man erfolgreich vom C2 in den C1 umsteigend kann. Immerhin sind nun zwei der drei Junioren-Nationalmannschaftsmitglieder ehemalige „C2-er“. Trainer Martin Trummer sah man die Freude über den Erfolg der Mühen des letzten Wintertrainings deutlich an.

 

Jeder gab sein Bestes.

Aber – die anderen Starter des Vereins verdienen mehr als nur eine lobende Erwähnung: Marc Harlak zeigt mit zweimal Rang 6 und einmal Rang 7 sein ausbaufähiges Potential. Constanze Feine bewies am Sonntag als Siebente, dass sie eigentlich in die Top 10 gehört. Unser Start-„Küken“ Claire Harlak im C1 der Juniorinnen machte mit einer fast-Finalplatzierung im dritten Rennen gegen deutlich erfahrenere Konkurrentinnen nachdrücklich auf sich aufmerksam. Bleiben noch John und David Franke – unsere Brüder hatten nicht das Glück der auf ihrer Seite. Für die Top 10 fehlte immer nicht mehr viel. Beständig um Platz 15 der nationalen Rangliste pendelnd soll der Mut für den Sprung unter die besten 10 der nationalen Elite zukünftig nicht fehlen. Beste Genesung an unserer Erkrankten: Sarah Tauer und Paul Grunwald. Wir wollen Euch bald wieder im wilden Wasser sehen.

Zumindest für die Junioren wird der Eiskanal zur diesjährigen Meisterschaft der Platz der Revanche oder der neuen Bewährung werden. Doch zunächst unseren erfolgreichen Qualifikanten unserer besten Wünsche für eine ebenso erfolgreiche Saison auf den Weg! 

 

Auf zu EM und WM

Lisa Fritsche, Kai und Kevin Müller starten gleich Anfang Juni 1.-4.6.2017, in Tacen (SLO) bei  der Europameisterschaft. Für Stella Mehlhorn und Eric Borrmann wird es vom 18. – 23.7.2017 in Bratislava (SVK) bei der Weltmeisterschaft ernst.


Ergebnis und Wettkampfbericht vom deutschen Team Kanuslalom


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