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BSV Geschichte

Kanu- und Vereinsgeschichte

Streiflichter aus der halleschen Kanugeschichte
(aus der Sicht des Böllberger Sportvereins Halle e.V.)

Der Kanusport in Halle – lebendig gebliebene Geschichte In der Zeitschrift des Deutschen Kanu-Verbandes vom 06. Oktober 1934 wird vermerkt, dass im gleichen Jahr einer der ältesten Kanuvereine in Deutschland sein 25jähriges Jubiläum in Halle begangen hat. Am 13. Oktober 1909 wurde demnach von einer kleinen Schar von Paddlern der „Hallesche Canoe- und Motorbootclub“ gegründet. Zu dieser Zeit waren der Kanurennsport und der Kanu-Segelsport (!) die dominierenden Richtungen, von denen der Kanurennsport, besonders im Flachland nach wie vor sehr verbreitet ist. Als Erfinder des halleschen „Kanuruderns“ wird im Halleschen Turn- und Sportalmanach 1925 Paul Möwes gewürdigt, der Gründer der Rudergesellschaft Nelson von 1874. Er siegte am 1. Juli 1886 im Kanurennen bei der Weißenfelser Regatta. 1917 führte dann der Ruderverein Böllberg als „Kriegskanuregatta“ die „Erste Mitteldeutsche Kanu-Regatta“ unter klingendem Spiel einer Militärkapelle durch. Lange vor den Triumphen unserer Tage hatte der Name des Örtchens Böllberg bei Halle deutschlandweit als Kanumeisterschmiede einen guten Klang. Wilhelm Ulrich wurde vierfacher deutscher Kajakmeister, seine erfolgreichsten Nachfolger waren in den zwanziger Jahren Paul Turich (56 Kajaksiege/10 Deutsche Meistertitel) und Gerhard Geike (fünffacher Deutscher Meister). Unvergessen sind auch die internationalen Erfolge von F. Rothe (Ammendorfer Kanuclub). Später dann in den 30er Jahren wurden in den Alpen die ersten Wildflußbefahrungen populär und so die Sportart Kanuslalom geboren. Die Bezwingung wild fließender Gewässer nicht nur durch deren Abfahrt sondern zusätzlich erschwert durch die notwendige Befahrung sogenannter „Tore“ wurde nach dem Ende des II. Weltkrieges in ein internationales sportliches Regelwerk gefasst und bereits ab 1947 die ersten Europa- und Weltmeisterschaften ausgerichtet. In Halle selbst wurde durch einige Enthusiasten im Jahre 1938 der erste Flachland-Slalom ausgerichtet. Ende der 40er/ Anfang der 50er Jahre organisierten sich Halles Slalomkanuten in verschiedenen eigenen Vereinen, von denen heute der Böllberger SV Halle e.V. der einzige Verein ist, der die Sportart Kanuslalom weiter pflegt. Sein Domizil liegt am Saaleufer am Böllberger Weg . Neben dem Böllberger SV existieren weitere Kanuvereine in Halle – der HKC 54 in Osendorf, der KV 96 in Halle.

Zeittafel kurzer internationaler Abriss über die Entwicklung des Kanusportes

  Indianer knieten in den Booten und benutzten ein Stechpaddel, woraus sich der nur Männern vorbehaltene Canadier entwickelte. Die Eskimos saßen in Kajaks und benutzten ein Doppelblattpaddel. Diesen Vorbildern nachempfunden hatte der englische Anwalt MacGregor sein unter dem Namen „Rob Roy“ entwickeltes Kajak mit einer Länge von 4,76m, 76 cm Breite und ca. 30 kg Gewicht. Damit befuhr er als erster Europäer in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit diesem Bootstyp eine Reihe von Flüssen und Seen in Europa und leitete die Entwicklung des Kanusportes in Europa ein. So fuhr man nicht mehr nur rückwärts – wie beim Rudern – sondern schaute in die Richtung, in die man fuhr… .
1866 MacGregor gründet den „British Royal Canoe Club“, der 1876 die erste Regatta veranstaltet.
1885 Erste Kanu-Vereine in Bonn, Breslau und Hannover
1905 Der Leipziger Alfred Heurich erfindet das erste Faltboot.
1934 Kanusport (Kanurennsport) als olympische Sportart anerkannt, seit 1936 im Programm
30er Jahre Entwicklung des Kanusportes auf wildwasserähnlichen Strecken (Alpen)
1938 Erste Weltmeisterschaften (Kanurennsport) in Växholm (Schweden)
1949 Erste Weltmeisterschaften im Kanuslalom in Genf
1972 Erstmals Kanuslalom im olympischen Programm (München/Augsburg)

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

1874 – 1920 Gründung der ersten Kanuclubs in Halle / Saale

1874 Gründung der Rudergesellschaft Nelson. Besuch von Kanurennen bei den Ruderregatten in Leipzig und Röblingen am (Salzigen) See.
13.11.1909 Gründung des „Halleschen Canoe- und Motorboot-Clubs“ – erster Spezialverein für Leute, die nicht länger als „Rückwärtsfahrer“ gelten wollten.
Oktober 1911 Mit Aufkommen des Kanusegelns als Lieblingsbeschäftigung der Mitglieder Umbenennung in „Touren-Club Hallescher Canoe-Segler“.
1914-1918 Während des Krieges ruhte das Vereinsleben fast völlig.
1918 Kräftiges Aufleben nach dem I. Weltkrieg unter Führung des langjährigen Vorsitzenden Otto Simon.
02.06.1919 Antrag zur Aufnahme als „Verein für Kanusport Halle e. V.“ (VKH 09) in den am 13.03.1914 in Hamburg gegründeten Deutschen Kanu-Verband (DKV).
1919 Erste Deutsche Meisterschaften des DKV (ohne hallesche Teilnahme).
Herbst 1919 Die erfolgreiche Teilnahme des VKH 09 an Herbstregatta des Ober-Elbe-Kreises (einer Form landesübergreifender Regionalmeisterschaft) führt zur hoch geachteten Stellung des VKH 09.
1918/1919 Beginn des Baus eines Bootshauses an Hafenbahnbrücke (Böllberger Weg), mit dem Anbau des Aufenthaltsraumes 1933 zum „Schmuckstück“ gestaltet.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

1920 – 1949 Wanderpaddeln und erste Wettbewerbe

20er und 30er Jahre Zu den schönsten Freizeitvergnügungen der Hallenser am Wochenende gehörte das Wanderpaddeln auf der Saale und Weißen Elster. Camping war noch sehr naturverbunden und einfach. Die Menschen achteten die Natur als einen Teil ihrer selbst.
1938 Organisation der ersten Kajakslalomwettbewerbe (außerhalb der Gebirgsregionen im Flachland) auf der Saale unter Wilhelm Engelbrecht. Das Erlernen der Eskimorolle war für die Slalomkanuten wichtige Voraussetzung, um bei einer Kenterung den Wettbewerb fortsetzen zu können.
1939 Halle gewinnt an Beliebtheit als Veranstaltungsort für Slalomwettbewerbe. Traditionelle Strecke war das Wehr am Sophienhafen („Wilde Saale“). Diese erste hallesche Slalomstrecke verschwand Ende der siebziger Jahre durch Baumaßnahmen.
1945 Bootshäuser der Kanuvereine zerstört oder zweckentfremdet, Sportverbot. Kriegsheimkehrer vom VKH 09 und vom HKC 20 treffen sich auf dem VKH-Gelände, organisieren sich bei der ZSG KWU und bauen mit den Brettern eines geschliffenen Freibades eine erste Bleibe.
29.05.1949 Landesmeisterschaft von Sachsen-Anhalt auf der Slalomstrecke am Sophienhafen. In der Folgezeit beteiligen sich eine stattliche Anzahl hallescher Kanuten an den Slalom-Meisterschaften der sowjetischen Besatzungszone auf der Zwickauer Mulde in Hartenstein, an der ersten Gesamtdeutschen Meisterschaft in Jena-Burgau sowie an Wettkämpfen mit tschechoslowakischen Kanuten in Kahla.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

die 50er Jahre Grundsteinlegung für den Leistungssport im Kanuslalom

1950 – 1959 Verdienstvolle Namen dieser Zeit: Die „Älteren“ wie Heini Simon und seine Schwester Leni, Werner Koch, Kurt Tandel, Otto Jänicke oder Kurt Schulle organisierten den Sport und brachten die besten Traditionen von VKH und HKC zunächst in die ZSG KWU und später in die BSG Post ein. Gerhard Kramer, Harry Voigt und Karl- Heinz Wozniak waren die Leistungsträger im Slalom, Karl-Heinz Kramer brachte es sogar zum Gesamtdeutschen Einer-Canadier-Meister im Rennsport.Die fünfziger Jahre waren zunächst gekennzeichnet durch eine beachtliche Breitenentwicklung im Kanuslalom. Mehrere neue Wettkampfstätten wurden erschlossen. Das heute durch den Bau der Straße nach Halle-Neustadt verschwundene Wehr an der Pferderennbahn sah einen Ranglistenwettkampf mit der DDR-Spitzenklasse, der Mühlgraben an der Steinmühle (Nähe Mühlweg) war Austragungsort einer Kreismeisterschaft mit über 60 erwachsenen Teilnehmern aus vier halleschen Vereinen.Für mehrere Jahre war die BSG Motor Ammendorf unter Achim Drieschner die führende Slalomsektion in Halle. Die Weiße Elster wurde an drei Stellen zur Slalomstrecke, zunächst an der Eisenbahnbrücke, dann am Ammendorfer Wehr und schließlich an der damaligen Mühle. Mit den Slalomtoren in den durch ein echtes Mühlrad im engen Tunnel erzeugten Turbulenzen sorgte Halle wieder einmal für Gesprächsstoff unter den Experten. Leider jedoch kam aber der Slalom infolge Wasserverschmutzung und fehlender Jugendarbeit in Ammendorf Ende der fünfziger Jahre zum Erliegen. Ähnliche Probleme hatten auch die halleschen Vereine.Der Bekanntheitsgrad eines halleschen Kanufahrers war über viele Jahrzehnte nahezu legendär – Heinz Schäfer. Er gehörte zu den Aktivisten der ersten Stunde. Zusammen mit Walter Pretzsch organisierte er den Kanusport im Vorort Trotha, beim Kraftwerksverein Turbine. Schon 1946 ging es an die Ostsee, 1948 an die Warnow, sogar an der Mecklenburgischen Seenplatte entdeckte er „Wild“- wasser und organisierte Training und Erholung für die Sportfreunde. Später wurde er zum Protagonisten für die Befahrung von Wildflüssen außerhalb Deutschlands. Neben Fahrten im „wildwasserverrückten“ Nachbarland CSSR ging es in den 60er Jahren bis in den Kaukasus, auf die Flüsse Pra und Oka u.v.a.m.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

die 60er Jahre Die Slalomkanuten der Stadt Halle vereinen sich

1960 – 1969 Die Slalomkanuten der Stadt Halle sammeln sich in einem Verein – der BSG Rotation im Bootshaus am Böllberger Weg. In Oschersleben bei den DDR-Meisterschaften erringt 1966 die Bezirksmannschaft Halle (3xK1) gegen die starke Konkurrenz aus den Sportclubs einen dritten Platz. Die Medaillenträger aus Halle hießen Martin Kehl und Dieter Engelbrecht. In diesen Jahren und danach – und bis zum heutigen Tag – trug das Engagement von Rudi Zeiler wesentlich dazu bei, dass nach einer zwischenzeitlichen „Flaute“ der Slalomsport wieder zu neuem Leben erweckt wurde.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

die 70er Jahre erste WM- und Olympiateilnahmen

1970 – 1979 Zu der damaligen Zeit (60er und frühe 70er Jahre) wurden die Faltboote in zunehmendem Maße durch glasfaserverstärkte Polyesterboote verdrängt, deren Bootsformen heutzutage abenteuerlich erscheinen.
In der Folgezeit erkämpften sich acht Schützlinge Rudi Zeilers (gest. 2002) die Aufnahme in die Sportclubs der DDR. Von ihnen schafft es Jürgen Henze, Gold bei Weltmeisterschaften (1973) zu gewinnen (3xC2) und an Olympischen Spielen (1972) teilzunehmen. Ein Erfolgsgeheimnis – neben Talent und Trainingsfleiß – waren vorbildliche natürliche Trainingsbedingungen in der Stadt Halle mit vier (!) Trainings- und Wettkampfstrecken für Wildwasser, angelegt an verschiedenen Wehranlagen.
Der Wechsel der Kanuten von der BSG Rotation (Trägerbetrieb die Tageszeitung „Freiheit“) zur BSG Motor Süd Halle (Trägerbetrieb VEB Technische Gebäudeausrüstung) bringt ab 1979 einen echten Aufschwung durch verbesserte finanzielle und materielle Bedingungen für die Sportler. Heiße Duschen werden im Bootshaus eingebaut, ein Kraftraum und eine große Bootshalle werden von den Mitgliedern in ungezählten Aufbaustunden errichtet. Dies war sehr wichtig für das Überleben des Kanuslalomsportes. Hinzu kamen die Probleme bei der Beschaffung von Bootsmaterial.Der Name von Horst Hartung aus Halle wurde zu einem Markenzeichen im Sportbootbau – und von seiner Unterstützung konnten auch die halleschen Kanuten profitieren.Dank der mit seinem Namen verbundenen, im In- und Ausland begehrten Qualitätsboote, wurde er zu Halles unbestritten bekanntesten Kanu-Persönlichkeit, auch wenn das zu sozialistischen Zeiten ihm als Privatunternehmer nicht jeder gönnen wollte. Jedenfalls geht der ostdeutsche Kantersieg zur olympischen Slalompremiere 1972 mit auf sein Konto – alle Titel gingen an die DDR. Drei davon wurden in Hartung-Booten errungen. Insgesamt fuhren in jener Zeit über 50 Weltmeister und Olympiasieger in Booten aus Halle.
Nachhaltig wirkte sich in dieser Zeit die Tätigkeit von Helmut Schröter als Übungsleiter und Organisator auf das Geschehen am Böllberger Weg aus. Immer neue Ideen in der Trainingsmethodik und großes Geschick im Umgang mit Jugendlichen bildeten die Grundlage für ein dem Kanuslalom gewidmetes Leben, in dem er später über die Stationen TSG Gera-Zwötzen, Bundestrainer der Schweizer Nationalmannschaft auch Bundestrainer der deutschen Kajak-Nationalmannschaft wurde.

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die 80er Jahre Medaillensegen in der DDR

1980 – 1989 Bei DDR-Meisterschaften im Jugend-, Junioren-, und Erwachsenenbereich erringen die Slalomkanuten aus Halle in diesem Jahrzehnt insgesamt 16xGold, 15x Silber und 19xBronze. Zu den Meistern und Medaillengewinnern gehörten unter anderen: Heiko Riedel, Andreas Kehl, Christiane Schade, Sabine Braune, Angelika Morawe, Frank Hädicke, Veit Jäger, Dirk Harder, Anett Salzmann, Ralf Kubiczek, Roger Reichardt, Harald Knappe, Klaus Grünhagen, Hartmut Wittek, Rolf Herrmann sowie Helmut Schröter, Frank Schneider und Bernd Esbach.Unter der Führung von Rudi Zeiler erkämpfte die Sektion Kanu von Motor Süd Halle mehrfach den ersten Platz in der Vereinswertung des Verbandes. Dies gelang u.a. auch dadurch, dass die Zahl der aktiven Sportler fast die 100 erreichte.Wettkampffahrten erforderten deshalb ein heute undenkbares Transportvolumen. Der zweiachsige, mehr als 50 Boote fassende Hänger reichte häufig nicht. Auf der Ladefläche der Lkw-Zugmaschine und in dem kleinen Bus saßen die Sportler dicht bei dicht. Höhepunkte waren die großen Wettkampfveranstaltungen am Böllberger Wehr mit mehreren hundert Teilnehmern.

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die 90er Jahre nach der “Wende” neue internationale Erfolge

1990 – 1999 Mit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurden wesentlich veränderte Ausgangsbedingungen für den Sport geschaffen. Der durch Betriebe geförderte Sport der DDR gehörte der Vergangenheit an – das Vereinsmodell der Bundesrepublik bestimmte fortan die Geschicke der Kanuten am Böllberger Weg.Erste Wettkämpfe seit der Grenzöffnung in der neuen Freiheit – Kanuslalom in der Schwimmhalle des SV Bayreuth und auf der Waldnaab in Windisch-Eschenbach. Ein geschichtlicher Zufall führt dazu, dass am 13. Oktober 1990, wenige Tage nach der Wiedervereinigung in Halle am Böllberger Saalewehr die erste gesamtdeutsche Bestenermittlung der Altersklassen im Kanuslalom stattfindet. Geplant war die Veranstaltung als DDR-Bestenermittlung für den August, aber die politischen Ereignisse dieser Tage führten zu einer Termin-Verlegung in den Oktober.
Die Böllberger Mühle fällt kurze Zeit später einem Feuer zum Opfer. Das Ruinengelände macht es seither unmöglich, dort wieder Wettkämpfe auszurichten.Mit der Wende änderte sich im Verein auch die Einstellung zum Wasserwandersport. Im Juli 1992 wurde eine bundesweite Wasserwanderfahrt auf der Weißen Elster und Saale ausgerichtet, deren Tradition jedoch durch die Naturschutzbehörden verhindert wurde, denn die Weiße Elster steht für Veranstaltungen auch im kleinen Rahmen nicht mehr offen. Zunehmend beteiligen sich BSV-Wanderfahrer an den Veranstaltungen des DKV. Regelmäßig werden Kanukurse und Sicherheitsschulungen für jedermann angeboten. Besonders engagiert sind hier die Brüder Harald und Rüdiger Zeiler.Die Zahl der Vereine in Sachsen-Anhalt, die den Kanuslalom weiter betrieben übersteigt die Zahl derer, die aufgegeben haben bei weitem. In Halle wurde jedoch unter fachkundiger Anleitung von Jürgen Henze, Hartmut Becker und „Altmeister“ Rudi Zeiler weiter fleißig trainiert und das mit zunehmendem Erfolg. Im Jahre 1995 erringen Frank Henze und Sebastian Brendel bei der Junioren EM in Liptovski – Mikulas (CZE) im Zweiercanadier die Bronzemedaille. Bei der Junioren WM 1998 in Lofer (AUT) werden die Sportler Marcus Becker/Stefan Henze (C2) und Stefan Pfannmöller (3 x C1) Juniorenweltmeister. Zur Absicherung des Trainings wurde vor dem Bootshaus die neue Zahmwassertrainingsstrecke errichtet und in den Folgejahren kontinuierlich weiterentwickelt bzw. nach Vandalismus immer wieder aufgerichtet.Seit 1993 findet jährlich das vom BSV organisierte Schlauchbootrennen auf der Saale für alle Wasserfanatiker und Liebhaber von Spaß und Freude beim Wassersport statt. Diese Veranstaltung entwickelte sich unter Federführung von Harald Zeiler zu einer Art Volksfest am Saaleufer.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

2000 – Das neue Jahrtausend beginnt.

2000 – 2009 Die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts zählen zu den erfolgreichsten in der Geschichte des halleschen Kanuslaloms. Es begann mit dem 5. Platz des erst 19jährigen Stefan Pfannmöller bei den Olympischen Spielen in Sydney (2000). Später erkämpfte er den Gesamtweltcup (2002), holte Bronze bei den Olympischen Spielen in Athen (2004), wurde Welt- und Europameister. Große Euphorie erzeugte der Gewinn der Weltmeisterschaft 2003 durch Stefan Henze und Marcus Becker im Zweiercanadier und ihre Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Athen (2004), gefolgt von vielen weiteren WM-Medaillen. (Eine Übersicht über die Erfolge findet man hier).
Ihren Vorbildern folgend, entwickelten sich neue Leistungsträger wie Patrick Latki, Erik Pfannmöller, Martin Unger und Marcus Mehnert (siehe auch die Übersicht über erfolgreiche Kanuten).
Die Entwicklung des Umfeldes nahm einen breiten Raum bei der Vorstandsarbeit ein. Das 1998 begonnene
Projekt „Wildwasserpark Pulverweiden“
, die Errichtung einer naturnahen Wildwasserwettkampf- und Trainingsstrecke an der Saale fand 2001 in der Stadt Halle die endgültige Befürwortung – Lohn der Mühen einer mehr als 3jährigen Vorbereitungszeit der Initiatoren. Der Gang durch die Behörden zehrte für lange Zeit an den Nerven, da immer neue Forderungen aufgestellt wurden. Zwischenzeitlich stieg 2003 der Bund aus dem Projekt aus und stellte damit vieles in Frage. Aber die Kanuten des BSV gaben nicht auf.
Im Frühjahr 2007 wurde das Planfeststellungsverfahren beim Landesverwaltungsamt mit einem positiven Bescheid abgeschlossen und an die Stadt übergeben. Realisiert werden konnte das Projekt am Ende doch nicht. Am 31.08.2010 fasste der Stadtrat den Beschluss den Wildwasserpark nicht zu bauen.
Für die Wasserwanderer des Vereins war die Ausrichtung der 3. Paddlertage des DKV in Halle nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein absoluter Höhepunkt.
Im stillgelegten Gesundbrunnenbad entstand temporär ein Zeltplatz, der als Basis für die Fahrten zur Goitzsche und auf der Saale diente. Die Paddlertage waren die erste offizielle Veranstaltung auf dem im Tagebaurestloch Goitzsche bei Bitterfeld entstandenen Wasserparadies. Unter Leitung von Harald Zeiler wurden mit dieser Veranstaltung Maßstäbe für die DKV-Paddlertage gesetzt.
Im Sommer 2004 sah es so aus, als ob das schon über 10 Jahre dauernde Verwaltungs- und Gerichtsverfahren zur Klärung der Eigentumsverhältnisse am Bootshaus dem positiven Ende zugeht.
Die Mitglieder beschlossen, die dringend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Im Februar 2005 begann mit dem Abriss der alten Bootshalle die grundlegende Rekonstruktion unserer Vereinssportstätte. Eine neue Bootshalle und ein 2geschossiger Neubau entstanden, das Dach wurde abgedichtet, die Wärmeisolierung erneuert sowie der Sanitärtrakt grundlegend renoviert. Fast drei Jahre waren wir mit dem Projekt beschäftigt, vom Plan, über das Finanzieren bis zur Bauausführung. Im Februar 2007 erfolgte die offizielle Einweihung des sanierten Bootshauses.
Auf das Erreichte sind wir stolz und hoffen, dass das Bootshaus, welches uns die Stadt Halle (Saale) im Jahr 2005 in Pacht übergeben hat, von allen Sportlern und Gästen sorgsam genutzt wird.
Ein weiterer Meilenstein für den Kanuslalom in Deutschland war die Eröffnung des Kanuparks in Markkleeberg 2007. Dadurch sollten sich auch die Trainingsbedingungen für die Halleschen Kanuten deutlich zum positiven verändern.
In der Vereinsarbeit haben sich Standards etabliert wie das Schlauchbootrennen, das Volleyballturnier, das „Brocken rocken“, das Kinderferienlager und der Kinderwettkampf im Herbst. Die Teilnahme von Sportlern des BSV an Welt- und Europameisterschaften
waren keine Besonderheiten mehr.
Im Jahr 2008 gab es nach 1992, 1993 und 1994 noch einmal die Kanu-Landes-Schülerspiele in Halle, die der BSV mit dem KV 96 ausrichtete.
Im Jahre 2008 wurde die Zufahrt zum Bootshaus grundlegend ausgebaut und damit eine lange währende Gefahr beseitigt. Da die Stadt sich nicht an den Kosten beteiligte,
wurden die Baukosten bei der bauausführenden Firma in sechs Jahresraten abbezahlt.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

ab 2010 – Die Natur fordert uns heraus.

2010 – 2019 Im Jahr 2010 begeht der BSV sein 60jähriges Bestehen mit einem großen Familiensportfest auf dem Turbine-Sportplatz.
Die Vereinsgeschichte wird in einer Festbroschüre aufgezeichnet.
Im Januar 2011 wälzt sich ein gewaltiges Hochwasser der Saale durch die Stadt. Das Bootshaus bleibt jedoch verschont. Das Wasser steigt „nur“ bis zur Eingangstür. Nicht verschont bleibt das Bootshaus jedoch im August des selben Jahres bei einem gigantischen Gewittersturm, der eine uralte Weide auf das Dach stürzen lässt.
Noch schlimmer wird es 2013, als sich erneut ein Hochwasser seinen Weg durch die Stadt bahnt und ungeheuren Schaden anrichtet. Diesmal trifft es auch das Bootshaus. Der Teil, der von der Bauhülle her noch aus dem Jahre 1932 stammt, wird so schwer beschädigt, dass unmittelbar klar wird: Da hilft nur ein Abriss. Wie bei allen Herausforderungen, die auf den Verein zukommen, wird auch hier sofort tatkräftig angepackt. Das Haus wird provisorisch hergerichtet für eine, so war die Hoffnung, kurze Übergangszeit. Parallel wurden Anstrengungen unternommen, um den notwendigen Ersatzneubau in die Wege zu leiten.
Doch es sollte fast acht Jahre dauern, bis die ersten Abrissarbeiten begannen.
Das blieb natürlich nicht ohne Einfluss auf den Sport und das gesellschaftliche Leben im Bootshaus.
Nichtsdestotrotz erzielten die Kanuten auch in diesem Jahrzehnt hervorragende nationale und internationale Erfolge. 2015 zählte die Statistik seit dem Jahr 1995 insgesamt 69 Goldmedaillen im nationalen und 31 Goldmedaillen im internationalen Bereich, also zusammen 100 Siege. Für das Gesamtengagement des BSV für den Nachwuchsleistungssport wurde der Verein nach 2007 auch 2013 und 2019 mit dem Grünen Band für vorbildliche Talentförderung ausgezeichnet.
Erfolgsgaranten wie Erik und Stefan Pfannmöller beendeten ihre Laufbahn, neue, wie Lisa Fritsche oder Paul Grunwald kamen nach.
Stefan Henze wechselte ins Trainerlager. Bei einer Taxifahrt während der Olympischen Spiel in Rio verunglückte er tödlich. Ein schwerer Verlust für die gesamte Kanugemeinde!
In der Mitte des Jahrzehnts verstärkten sich bei den Kanuten neben dem Kanuslalom Aktivitäten im Kanu-Polo. Christian Beck organisierte den Trainings- und Wettkampfbetrieb der Polospieler und beschaffte die notwendige Ausrüstung.
Neue Impulse im Wasserwandern setzte Ralf-Friedrich Voß, der immer wieder neue Angebote zu Wanderfahrten auf nahegelegenen Flüssen unterbreitete.
2015 war auch die Geburtsstunde des sogenannten Flutlichtpaddelns, das von Sebastian Brendel ins Leben gerufen wurde und sich großer Beliebtheit erfreut.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

2020 – lockdown.

Eine Seuche breitet sich auf der ganzen Welt aus und bringt in Deutschland ab März das normale Leben zum Stillstand.
Das hat auch Folgen für den BSV.

Februar:

Im Februar zieht es die Trainingsgruppe Brendel ins italienische Ivrea zu einem Warmwassertrainingslager.

März:

Anfang März kann die Jahreshauptversammlung der Sektion Kanu noch als Präsenzveranstaltung im Ausweichquartier bei den Tennisspielern stattfinden. Helge Markwort wird erneut zum Sektionsleiter der Sektion Kanu gewählt.
Am 13. März 2020 wird der Sportbetrieb in der Stadt wegen der Seuchenlage verboten. Das betrifft auch alle Kanuten. Die Jahreshauptversammlung des BSV muss verlegt werden und findet erst Ende September statt.
Der 70. Geburtstag des BSV kann nur virtuell durch einen Beitrag im Internet gewürdigt werden.

Mai:

Ende Mai darf wieder einzeln oder zu zweit in Familie gepaddelt werden.
Das Training der Slalomsportler findet teilweise virtuell via ZOOM statt.

Juli:

Für Anfang Juli schreibt Ralf-Friedrich eine erste Wanderfahrt des Vereins auf der Selke aus. Aber es wird nichts, weil kein Wasser im Fluss ist. Dafür werden dann andere Fahrten angeboten.

August:

Das Kinderferienlager findet statt.

September:

Endlich wieder Wettkämpfe. Wenigstens die Deutsche Meisterschaft kann in Markkleeberg stattfinden.

Auch die Jahreshauptversammlung des BSV kann unter Auflagen im kleinen Rahmen als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden. Dr. Uwe Pfannmöller wird als Vereinsvorsitzender wiedergewählt.

Oktober:

In diesem Jahr muss der Kinderwettkampf nichtöffentlich am Bootshaus stattfinden, aber er darf wenigstens durchgeführt werden.

Dezember:

Am Ende des Jahres zieht unser Vereinsvorsitzender Bilanz eines vorher undenkbaren Jahres.

Die Entwicklung des Kanuslalom Sportes in Halle

2021 – Noch immer bestimmt die Seuche das öffentliche Leben.

Februar:

Nach einem kleinen Hochwasser der Saale und dem Rückgang der Seuchengefahr darf einzeln oder in Familie wieder auf der Saale gepaddelt werden.

März:

Fast 8 Jahre, nachdem das verheerende Hochwasser des Sommers 2013 das Bootshaus schwer beschädigt hat, beginnt am 29. März mit Abrissarbeiten der Bau eines neuen Bootshauses.
Ende Oktober 2021 soll der Ersatzneubau fertiggestellt sein.

April:

Bei einer Sichtungsveranstaltung (kein Wettkampf!) können sich Slalomsportler des Vereins für ggf. stattfindende Wettkämpfe der Nationalmannschaften empfehlen. Eine weitere Sichtung findet dort im Mai statt.

Die Freizeitpaddler des Vereins sammeln Müll am Saaleufer.

Juni:

Erste Wettkampferfahrungen werden beim Schüler-Länderpokal in Hildesheim gesammelt.
Ende des Monats fand in Zeitz die Gruppenmeisterschaft Ost statt.

Juli:

Benjamin Kies kann bei der JWM in Tacen eine weitere internationale Medaille für sich und den BSV erkämpfen.

August:

Da unser Bootshaus eine Baustelle ist, wurde ein Ausweichstandort für das alljährliche Sommerferienlager unserer jüngsten Kanuten notwendig. Der wurde in Naumburg gefunden.

Bei der JEM in Solkan erkämpft Stelle Mehlhorn im Teamwettbewerb der Frauen im Kajak Bronze.
Für den Nachwuchs war die Deutsche Schülermeisterschaft in Schwerte der Jahreshöhepunkt und er wurde erfolgreich absolviert.

September:

Erstmals in seiner Geschichte veranstaltete die ICF eine Kanuslalom Weltmeisterschaft für die Altersklassensportler. Im Kajak Team der Herren wurde Rolf Herrmann Weltmeister!

Allen Widrigkeiten zum Trotz (noch immer fordert die Seuche täglich Menschenopfer) gelang es dem DKV im September eine Deutsche Meisterschaft für die Jugend, die Junioren und die Leistungsklasse auf die Beine zu Stellen.
Der BSV war mit 15 Startern vor Ort und konnte sich über zwei Titel und drei Bronzemedaillen freuen.

Oktober:

Anfang Oktober sind die Abrissarbeiten des alten Bootshauses abgeschlossen.

Mit einem Jahr Verspätung wurde die „Große Kanuherausforderung“ des DKV mit einer 2tägigen Veranstaltung zu Ende gebracht.
Drei BSVer hatten die Bedingungen erfüllt und durften auch an der Veranstaltung in und um Postdam teilnehmen.

Da schon nicht angepaddelt werden durfte, gab es wenigstens die Möglichkeit zum Abpaddeln, und dies bei herrlichstem Herbstwetter.

November:

Benjamin Kies bekommt die Möglichkeit, an einem Trainingslager auf dem Wildwasserkanal der Olympischen Spiele 2024 in Paris teilzunehmen.

Dezember:

Wenn es schon keinen Kinderwettkampf und kein Flutlichtpaddeln geben durfte, so wurde wenigstens traditionell am 23. Dezember ein Zipfelmützenpaddeln organisiert.

BSV:TV – Jede Medaille hat ihren Ursprung am Böllberger Wehr.
AUGENBLICKE
2010 - Junioren WM 37 06 2007_04_01_0135 28 23 Ostdeutsche Meisterschaften Königshütte Geraer Hallenbadslalom wm07_01 Monika und Rolf | Foto Pfannmöller Deutsche Kanuslalom Schülermeisterschaft Luhdorf Roydorf © BSV Halle Deutsche Kanuslalom Schülermeisterschaft Luhdorf Roydorf © BSV Halle 14. Schlosswehrpokal 66. Herbstslalom Spremberg IMG_7007 BSV Halle / Weimar ThLM _DSC7792 DM 2018 JJ/LK | Foto: @BSV/Borrmann P1170956 DSC_0157 DSC_9403 IMG_7869 DSC0464 Ferienlager Naumburg | © Julian Schwarz 15. Kanuslalom Nachwuchswettkampf Halle (Saale) Auf der Peißnitz Deutsche Kanuslalom Schülermeisterschaften Bronze Team 3xC1 | Foto BSV Halle Bootshausverpflegung

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